Montag, den 01. August 2011 um 14:25 Uhr
Harald Gehring
1. Mannschaft
Weil er in der 4x100-Meter-Freistilstaffel einen starken Eindruck hinterließ, wurde Christoph Fildebrandt bei der Schwimm-WM in Shanghai auch für das DSV-Quartett über 4x200 Meter Freistil nominiert. Hier schwamm die Dormagener Olympiahoffnung auf einen guten vierten Platz
Shanghai Unverhofft kommt oft. Eigentlich war Christoph Fildebrandt vom TSV Bayer Dormagen bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai nur für einen Start in der 4x100-m-Freistilstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) vorgesehen. Und eine Garantie für eine eventuelle Endlaufteilnahme hatte er hier auch nicht. So wie bei den Europameisterschaften 2010 in Budapest, als die Titelkämpfe für den Polizeikommissaranwärter bereits nach 49,68 Sekunden im Vorlauf beendet waren.
Doch schon im Vorfeld der WM in China lief es im Training rund für den Wahl-Pulheimer. "Christoph ist wirklich gut in Form", hatte TSV-Cheftrainer Jürgen Schmitz im Vorbereitungstrainingslager in Berlin noch verkündet. Und die Form hielt an: Fildebrandt, als Dritter des DSV-Quartetts im Vorlauf über 4x100 Meter Freistil gefordert, schwamm 48,75 Sekunden und ergatterte sich damit einen Platz im Final-Quartett.
Hier legte der 22-Jährige nochmals einen Zahn zu, verbesserte seine Vorlaufzeit noch mal um drei Zehntelsekunden auf 48,45 Sekunden und belegte an der Seite von Markus Deibler, Benjamin Starke und Marco di Carli Rang sieben in 3:15,01 Minuten. "Ich fühle mich einfach gut im Wasser – es rutscht", zeigte sich Fildebrandt nach dem Endlauf höchst zufrieden.
Dem couragierten Auftreten des Dormageners folgte Lob aus der nationalen Trainerriege, unter anderem auch von Bundestrainer Dirk Lange. Die DSV-Spitze gab Fildebrandt prompt noch eine zweite Chance, schickte den gebürtigen Wuppertaler in einem "Time-Trial" über 200 Meter Freistil erneut ins Wasser. "Filde" nahm diese Chance dankend an, schwamm in 1:49,22 Minuten persönliche Bestzeit und sicherte sich damit einen Startplatz in der 4x200-Meter-Freistilstaffel des DSV. "Das ist der absolute Hammer", freute sich der DM-Dritte über 50 Meter Freistil über seine Staffel-Nominierung.
Im Finale legte er dann nochmals einen Zahn zu, schwamm auf der dritten Position nach Startschwimmer Paul Biedermann und Tim Wallburger mit "fliegendem Start" 1:48,16 Minuten und übergab auf Rang vier liegend an Schlussschwimmer Benjamin Starke, der den vierten Platz verteidigte und nach einer Gesamtzeit von 7:08,32 Minuten anschlug.
Christoph Fildebrandt konnte danach sein Glück kaum fassen: "Ich hätte im Vorfeld niemals damit gerechnet, dass ich auch über 4x200 Meter Freistil an den Start gehen werde. Und jetzt sind wir sogar Vierter geworden." Ein bisschen Glück gehörte allerdings auch dazu, war die DSV-Staffel im Vorlauf am Vormittag – ohne Fildebrandt – auf Rang acht noch gerade so ins Finale gerutscht.
Für den Remscheider, der erst vor einigen Monaten mit zwei Bayer-Mannschaftskameraden aus Dormagen eine Wohngemeinschaft in Pulheim bezogen hatte, richtet sich der Blick nun bereits auf die anstehende Saison, die möglichst mit einer Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London enden soll.
Quelle: NGZ