Jürgen Schmitz: „Bis 2016 machen ich auf jeden Fall weiter“

Drei Jahrzehnte Schwimmtrainer auf höchstem Niveau und noch kein bisschen Müde. Die Rede ist von Jürgen Schmitz, Cheftrainer der Schwimmabteilung des TSV Bayer Dormagen. Seit nunmehr fast fünf Jahren steht der mittlerweile 58-Jährige am Beckenrand der Dormagener Römertherme, verbringt dort täglich unzählige Stunden.

1982 stieg der im bergischen Dabringhausen beheimatete Schmitz in Remscheid als Trainer ein, war 1986 maßgeblich an der Gründung der SG Remscheid aus vier Trägervereinen beteiligt und führte zahlreiche seiner Aktiven in die nationale und internationale Spitze.

Den Schritt aus dem Bergischen Land an den Rhein begründet Jürgen Schmitz vor fünf Jahren ganz simpel: „Ich wollte noch einmal was anderes machen. Da bot sich Dormagen eben an.“ Und Dormagen war anders – in vielen Belangen: Stand er in Remscheid in einer auf 25 bis 30 Grad erwärmten Schwimmhalle am Beckenrand, muss er in Dormagen im Winter auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am Beckenrand ausharren. „Natürlich gibt es die harten Wintermonate, aber zur wärmeren Jahreszeit herrscht schon ein bisschen mediterrane Stimmung in der Römertherme“, erklärt der gelernte Fotodesigner.

Mit Schmitz kam 2007 nicht nur ein erfahrener Trainer nach Dormagen, sondern in seinem Schatten gleich auch einige neue Talente, darunter auch der damalige Staffel-Jugend-Europameister Christoph Fildebrandt. Und der mauserte sich in den Folgejahren unter Schmitz zum „Stammpersonal“ der deutschen Nationalmannschaft bei internationalen Großereignissen. Im Mai gelang dem angehenden Polizeikommissar dann mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele in London sein bislang größter Coup.

Für Fildebrandt das Erste, für seinen Trainer Schmitz bereits das zweite Olympia-Ticket. 1988 führte der TSV-Coach die Remscheiderin Stefanie Ortwig, elfmalige Deutsche Meisterin und 1991 in Perth Weltmeisterin mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel, zu den Olympischen Spielen nach Seoul.

 Ortwigs Erfolge waren die ersten in der Trainerlaufbahn von Schmitz. Und nicht die Letzten: Simone Osygus, zweimalige Olympia-Dritte mit der Staffel und Europameisterin 1991 über 50 Meter Freistil, ebnete er als Jugendtrainer den Weg in die nationale Spitze ehe sie später nach Wuppertal wechselte. Ende der 90er Jahre feierte er mit seinem damaligen Talent Desirée Mahle gleich vier Titel bei Jugend-Europameisterschaften.

Vergleichen kann und will der frühere Schwimmer von Rhenania Köln, späterer Triathlet und begeisterter Hobby-Rennradfahrer – Schmitz zieht es Jahr für Jahr zum Radurlaub auf Inseln wie Lanzarote oder Mallorca – die verschiedenen Jahrzehnte aber nicht. „Früher haben wir anders trainiert, viel mehr. Das waren einfach andere Zeiten.“

Schmitz Vita als Trainer ist lang und von vielen Erfolgen gespickt. Und es sollen noch weitere hinzukommen. „Bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro will ich auf jeden Fall noch weitermachen.“ Und mit Christoph Fildebrandt hat er dafür bereits ein passendes Ass im Ärmel.